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Hört sich für mich recht cool an..
Rambo 5: The Savage Hunt
Ende August verriet er, dass das Drehbuch dafür auf einen bekannten Roman basieren wird. Branchenredakteure und Filmfans mussten bei der Nennung direkt doppelt hinschauen, um sicher zu gehen, es auch richtig erfasst zu haben. Es wäre ein Roman, wonach Rambo sich offiziell mit einem Monster anlegen würde. Skepsis macht sich breit, doch ob sie zutreffen mag? Ein Blick auf das grundlegende Buch „Hunter“ von James Byron Huggins verrät nun mehr.
Die Story: - Anmerkung: In dieser Inhaltsangabe werden die Geschichte und ihre Beteiligten zwar kurz angeführt und vorgestellt, es wird aber nichts Wichtiges der Handlung vorweg genommen. Demzufolge ist alles völlig gefahrlos zu lesen. Zum besseren Verständnis ist der Name der Hauptfigur (der im Roman Hunter heißt) bereits durch Rambo ersetzt. -
Nach seiner Rückkehr in die Staaten bekommt John Rambo eines Tages Besuch von zwei ranghohen Offizieren der Regierung. Wie sie ihm sagen, habe es in den Wäldern Alaskas mehrere mysteriöse Vorfälle gegeben. Drei schwer bewachte geheime Laboratorien seien von einem unbekannten Angreifer verwüstet worden, sämtliche dort stationierten Mitarbeiter getötet. Man habe versucht ihm zu folgen, verlor ihn aufgrund des schwierigen Geländes jedoch aus dem Blick. Eine größere militärische Operation stände außer Frage, da man die Öffentlichkeit nicht unnötig beunruhigen möchte, also soll sich ein überschaubares Team von Spezialisten um die Angelegenheit kümmern.
Rambo will man als Fährtenleser dabei haben, da er intern beim Militär noch immer als der beste Survivalexperte und Fallensteller bekannt ist. Zudem schätze man seine Erfahrung von Extremsituationen, die dem Team zu Gute kommen könne. Rambo ist zunächst desinteressiert und will eigentlich nur seine Ruhe, sagt jedoch zu, als sie ihm erklären, dass die Kreatur schon in wenigen Wochen bewohnte Städte erreichen könnte. Mit Messer, Bogen, etwas Werkzeug und Wachhund begibt er sich daraufhin zusammen mit einem Team von Soldaten in die unwirtlich riesige Waldgegend Alaskas, bereit, sich dem Unberechenbaren zu stellen…
Rezension: Schon nach wenigen Seiten wird einem klar, wieso Sylvester Stallone beim Lesen der Lektüre an seine eigene Kultfigur denken musste: Hunter ist ein muskulöser, langhaariger, wortkarger, naturliebender Überlebensstratege und begnadeter Kämpfer mit guter Seele. Es wird auch klar, was Sly damit meinte als er sagte, der fünfte werde betreffend John sehr an den ersten Film erinnern. Die Teile zwei, drei und vier hatten Rambo als ballernden Testosteron-Aggressor im Mittelpunkt, diese Geschichte dreht den Spiegel allerdings mal wieder in die andere Richtung.
Zum ersten Mal seit „Rambo: First Blood“ ist John hier selbst wieder der Gejagte, denn kurz nach dem ersten Aufeinandertreffen ist allen sofort bewusst, dass nicht sie den Ton ansagen werden, sondern froh sein können, wenn sie heil aus der ganzen Sache wieder herauskommen. Im ersten Film wurde der noch junge Veteran von bewaffneten Kleinstadt-Cops gejagt, dieses Mal sind die Bedingungen weitaus schärfer. John steht zwar ein Team vollbewaffneter Experten zur Seite, sein Gegner ist allerdings so übermächtig, dass dieser selbst dem Predator gefährlich werden könnte. Apropos „Predator“, die Gemeinsamkeiten zum bekannten Schwarzeneggerstreifen sind kaum von der Hand zu weisen – übermächtiger, unmenschlicher Gegner jagt Elitesoldaten – aber genau da findet die Geschichte auch viele ähnliche Qualitäten. “Predator“ war als Konzept (Alien auf Trophäenjagd) nicht minder einfallsloser B-Movie Trash (s. „I come in Peace“) und das erste Design mit Van Damme als Stuntman lässt heut noch reichlich mit dem Kopf schütteln.
Doch letztendlich konnte er dank dreier Aspekte als echter Actionklassiker in die Geschichte eingehen: er besaß ein originelles, bedrohliches Monster, ein charismatisches Team von Hauptfiguren und eine ungemein spannende Inszenierung, die die Jagd auf den Hirnsaft schlürfenden Schädeljäger zu einem wirklich aufregenden Actioner machten. „Rambo 5“ hingegen könnte in ähnliche Fußstapfen treten. Der Plot, der bis auf Ausnahmen ausschließlich in der umwerfenden, aber auch tödlich isolierten Natur Alaskas spielt, baut sich äußerst packend auf und erzählt einen ungemein anstrengenden Kampf ums Überleben, bei dem selbst Fachmann Rambo immer wieder an seine Grenzen gehen muss. Abwechslungsreich geht es durch Wälder, Täler, über Klippen, durch Höhlen, Minen, an Wasserfällen vorbei und kurzweilig auch in eine der Basen. Was die Action betrifft, so fällt sie wieder gut aus, aufgrund der Anzahl der Beteiligten ist der Bodycount allerdings um Welten geringer... wobei der Blutgehalt des Vierten beibehalten werden dürfte.
Das Team? Im vierten wurde ihm bereits zwangsweise eins zur Seite gestellt, da die Produzenten damals Rambo nicht unentwegt alleine sehen wollten, aber während die am Ende mehr Dekoration als Arbeitsmaterial waren (die am besten ausgearbeitete Figur war Figur namens Schoolboy), ist diese Zusammenstellung wesentlich charakterstärker. Johns rechte Hand ist Takakura, ein erfahrener Truppenführer, der nach einem Kodex kämpft und sogar ein Katana mit sich herumträgt. Bobbi Joe? Auf den ersten Blick bloß ein hübsches Gesicht, auf dem zweiten jedoch eine extrem disziplinierte Elitekämpferin, die als Scharfschütze von allen die stärkste Waffe mit sich trägt. Taylor und Wilkenson? Zwei harte Knochen, die anfangs nichts von dem wesentlich älteren Veteran halten, ihm später jedoch Respekt zollen und gut zusammen halten. Abgerundet werden sie von einem Professor, der John bereits von alten Einsätzen kennt und versucht, ihnen von wissenschaftlicher Seite zur Seite zu stehen. Erfreulich ist, dass die Soldaten nicht bloß Red Shirts sind – sie sind also nicht nur dafür da, spektakulär draufzugehen. Jeder von ihnen hat eine spezielle Beziehung zu Rambo, positiv wie negativ, was interessant sein dürfte, da sich die Charakterdynamik im Laufe der Geschichte ändert.
Die Kreatur selbst? Ist letztendlich nicht unrealistischer als der Yautja, allerdings lässt sich nicht ignorieren, dass Rambo bislang zwar oft den Gesetzen der Physik trotzte und immer mehr Glück als Verstand hatte, in diesem Fall aber wirklich mal unrealistischen Boden betritt. Unrealistisch insofern, als das das, worum es geht, trotz eventueller Möglichkeiten so heutzutage noch nicht existiert. Was die Kreatur genau ist, erfahrt ihr exklusiv im Spoilerbereich dieses Forums, aber es sei zumindest gesagt, dass sie einen sehr starken Gegenspieler abgibt. Sie ist äußerst kräftig und widerstandsfähig, gerissen und hinterhältig, wodurch sie im übertragenen Sinne wie eine Katze wirkt, die sich mit Schwerter tragenden Mäusen anlegt. Die Mäuse mögen sich zwar wehren können, haben im Grunde aber keinerlei Chance… es sei denn, einer der Mäuseriche trägt zufällig Stirnband und hat erst neulich 200 burmesische Terroristen zu Gulasch verarbeitet.
Gut möglich, dass dies hinsichtlich des Films noch etwas realer gemacht wird, doch selbst wenn, wird es nichts daran ändern, dass Rambo und Co hier einem übermächtigen Gegner ausgeliefert ist, egal wo er nun herkommt, egal was sein Ursprung ist: das Prinzip bleibt. Dass „Rambo 5“ sehr nah an seiner Vorlage sein wird, verriet übrigens schon die Tatsache, dass Stallone für seine Ankündigung die Inhaltsangabe des Romans 1-1 übernahm, mit der einzigen Änderung, dass der Name des Charakters - Hunter - jeweils durch das Wort Rambo ersetzt worden war. Es lässt sich also sehr stark vermuten, dass Stallone sich für den Film nicht allzu weit von der Vorlage entfernen wird.
Was nicht ganz schmecken will, ist die Tatsache, dass Rambo unpassenderweise ein wenig mit Bobbi Joe anbandelt und es noch einen schwächeren Nebenplot gibt, in dem ein Marshall die ganze Sache aufdeckt und sich heldenhaft in letzter Minute dazu begibt, aber beides wird man für den Film sicher weglassen. Fangasm gäbe es sicher, würde Arnold in den letzten Minuten als Dutch Schaefer auftauchen...
Ist es unter dem Strich denn eine gute Vorlage? Definitiv. Es macht wirklich Spaß, Rambo mal wieder auf der anderen Seite als Gejagten zu sehen, der nicht nur mit Superwaffe Hunderte zu Brei ballert, mit Panzer in Hubschrauber springt oder riesige Lager im Alleingang mit Sprengboden hochjagt. Dieser Rambo ist trotz unrealistischen Gegners wieder deutlich bodenständiger, spannender und schafft all das, ohne jemals aus den Augen zu verlieren, dass der Gute mittlerweile schon über 60 ist.
Fazit: Ein vielversprechendes neues Kapitel, das sehr auf die Qualitäten des mit Abstand besten Teils der Reihe setzt. Wer den übermenschlich starken Bösewicht akzeptieren kann, darf sich hervorragende Popcornunterhaltung erwarten.
7 / 10
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